Energie und Umwelt

Ausgangspunkt

Die Treibhausgasemissionen bis 2020 um ein Fünftel gegenüber 2005 zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch bis 2020 auf 11 % zu erhöhen: Das waren die Ziele, die sich die luxemburgische Regierung zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts im Bereich des Klimaschutzes gesetzt hatte. Die Gemeinden galten als unverzichtbare Partner, und Energie- und Klimaschutzkonzepte auf lokaler oder regionaler Ebene als Schlüsselelemente für die Umsetzung der auf nationaler Ebene erforderlichen Maßnahmen.

Vor diesem Hintergrund wurde der „Klimapakt für Gemeinden“ als neues Instrument ins Leben gerufen, um diese Bemühungen auf lokaler Ebene zu fördern. Er ermöglicht eine staatliche Unterstützung für Klimainitiativen der Gemeinden, um den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen in ihrem Gebiet zu senken und gleichzeitig Investitionen, die Wirtschaftstätigkeit und den Arbeitsmarkt anzukurbeln.

Der Pakt wird durch eine Vereinbarung zwischen dem Staat und jeder teilnehmenden Gemeinde formalisiert. In diesem Rahmen verpflichten sich die Gemeinden, den European Energy Award® (EEA) anzustreben und innerhalb von zwei Jahren ein geeignetes System zur Energiebilanzierung auf kommunaler Ebene einzuführen
. Der Staat seinerseits garantiert finanzielle und technische Unterstützung während des gesamten Umsetzungsprozesses.

Die Gemeinde Garnich hat bereits 2014 beschlossen, dem ersten Vertrag des Klimabündnisses vom 9. Dezember 2013 beizutreten, der zwischen dem luxemburgischen Staat, dem Interessenzusammenschluss MyEnergy und der Gemeinde geschlossen wurde.

Garnich im Klimapakt 1.0

Der Klimapakt 1.0 war eine Vereinbarung in Form eines Gesetzes zwischen dem Staat und den Gemeinden. Ziel dieses Pakts war es, die Gemeinden technisch und finanziell dabei zu unterstützen, ihren Energieverbrauch und ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Der Klimapakt 1.0
trat am 1. Januar 2013 in Kraft und lief Ende 2020 aus.

Der Pakt basierte (und basiert nach wie vor) auf dem europäischen Programm „European Energy Award“ (EEA – www.european-energy-award.org), das seit Jahren von zahlreichen kleinen und großen Gemeinden in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien genutzt wird. In Luxemburg haben sich schließlich alle 102 Gemeinden dem Klimapakt und damit diesem Programm angeschlossen.

Im Rahmen der EEA wird die aktuelle Energie- und Klimasituation der Gemeinde analysiert und dabei ihre Stärken und Schwächen ermittelt. Anschließend wird ein Aktionsplan mit Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet, der darauf abzielt, die Gemeinden auf eine nachhaltige
Politik in den Bereichen Energie, Mobilität, Klima und Umwelt auszurichten. Das wichtigste Instrument dieses Programms war und ist der EEA-Maßnahmenkatalog, der ursprünglich bis zu 79 Maßnahmen umfasste, die in 6 Kategorien unterteilt waren (Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Abfallwirtschaft, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation und Zusammenarbeit).

Auf der Grundlage dieses Katalogs wurden (und werden) die Maßnahmen der teilnehmenden Gemeinden in den Bereichen Energie und Klimaschutz von externen Prüfern bewertet und kontrolliert. Im Rahmen des Klimapaktes 1.0 gab es drei Zertifizierungsstufen:

  • 40 % der möglichen Punkte (Label „Klimapakt“)
  • 50 % der möglichen Punkte (EEA Silber)
  • 75 % der möglichen Punkte (EEA Gold)

Die Gemeinde Garnich hat sich relativ früh dem Klimabündnis angeschlossen und begann 2014, aktiv an der Umsetzung des Programms und des EEA-Katalogs zu arbeiten. Dank der gezielten und intensiven Arbeit des Gemeinderats, der Gemeindeverwaltung sowie des Klimabündnis-Beraters gelang es der Gemeinde, in nur anderthalb Jahren ihr erstes Audit Ende 2015 durchzuführen.

Im November 2017 wurde der Gemeinde Garnich mit einer bemerkenswerten Punktzahl von 70,0 % die Stufe „Klimapakt Silber“ verliehen.

So gelang es ihr, diese Zertifizierung innerhalb kürzester Zeit erfolgreich zu erwerben.

Vier Jahre später, im Jahr 2019, wurde eine erneute Prüfung durchgeführt, wie im Rahmen des Klimapakts 1.0 alle vier Jahre vorgesehen.

Im September 2019 hat Garnich dieses Re-Audit mit einem hervorragenden Ergebnis von 77,1 % bestanden.

Vom Klimapakt 1.0 zum Klimapakt 2.0

Um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, muss der Klimapakt in seiner neuen Phase von 2021 bis 2030 gezielt weiterentwickelt werden. Dabei stehen drei Bereiche besonders im Vordergrund:

  • Der Klimapakt 2.0 zielt auf eine bessere Quantifizierung der Ergebnisse ab. Ziel ist es, die Datenqualität sowie deren Überwachung mithilfe von Indikatoren zu verbessern. Dazu muss die Datenerhebung optimiert und die Instrumente zur Überwachung und Kontrolle ausgebaut werden. Die Gemeinden nutzen bereits seit Jahren die Software EnerCoach, um den monatlichen und jährlichen Verbrauch (Strom, Wärme, Trinkwasser) ihrer kommunalen Gebäude zu dokumentieren. Künftig werden weitere gemeindespezifische Daten erfasst und zentralisiert, um den Arbeitsaufwand zu verringern und die Vergleichbarkeit zwischen den Gemeinden zu verbessern.

  • Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die kontinuierliche Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Gemeinden. Dazu gehören die Entwicklung von Überwachungsinstrumenten sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit Partnern wie SIGI, Klimabündnis, CELL, IMS oder EBL. Die Klimaberater, die die Gemeinden seit Beginn des
    Paktes begleiten, werden sich stärker auf bestimmte Themenbereiche spezialisieren (Mobilität, energetische Sanierung, Kreislaufwirtschaft usw.), um eine gezieltere Unterstützung anbieten zu können.
  • Ein dritter Schwerpunkt ist die Stärkung der Bürgerbeteiligung. Die Gemeinden sollen stärker dabei unterstützt werden, ihre Einwohner dazu zu ermutigen, eine aktive Rolle beim Klimaschutz zu übernehmen. Geplant sind Maßnahmen wie Kampagnen, Wettbewerbe oder konkrete Förderinstrumente (zum Beispiel die Gründung von Energiegemeinschaften).
Aufbau des Klimapakts 2.0

Die Umsetzung einer lokalen Klimastrategie erfordert mehrere Schritte und Maßnahmen. Zunächst muss die Gemeinde schriftlich Ziele für ihre künftige Klimapolitik festlegen. Diese müssen mit den nationalen Zielen im Einklang stehen und möglichst alle klimabezogenen Themen abdecken.

Um dies zu gewährleisten, stützt sich die kommunale Initiative in erster Linie auf die im Klimapakt festgelegte Methodik, die auf dem European Energy Award (EEA) basiert:

  • Dieser sieht insbesondere die Ausarbeitung einer „kommunalen Klimaschutzvision“ vor, die quantitative und qualitative Ziele umfasst. Diese Vision stützt sich auf den EEA-Maßnahmenkatalog, der etwa 65 Kriterien umfasst, die in sechs Bereiche unterteilt sind: Raumplanung, kommunale Gebäude, Ressourcenversorgung und -management, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation und Zusammenarbeit.
  • Während diese Vision allgemeine Ziele festlegt, müssen für die Schwerpunktbereiche detaillierte Konzepte erarbeitet werden. Auf der Grundlage einer gründlichen Analyse der aktuellen Situation legen diese Konzepte nicht nur Ziele fest, sondern auch konkrete Lösungen und umzusetzende Maßnahmen. Ziel ist es, eine Anhäufung von Einzelmaßnahmen zu vermeiden und einen strategisch, zeitlich und finanziell strukturierten Ansatz zu gewährleisten.

Insbesondere in den folgenden Bereichen müssen Konzepte entwickelt werden: Anpassung an den Klimawandel, Ressourcenmanagement, Mobilität, Energie und Grünflächenmanagement. Die Themen Digitalisierung und Kommunikation werden zwar separat behandelt, sind jedoch bereichsübergreifend und betreffen alle Bereiche.

  • Um eine strukturierte Arbeitsweise zu gewährleisten, müssen die Maßnahmen in einem regelmäßig (mindestens einmal jährlich) aktualisierten Arbeitsprogramm festgehalten werden, das Zuständigkeiten, Meilensteine und Budgets enthält.
  • Alle sechs Bereiche müssen ausgewogen behandelt werden, auch wenn die kommunale Infrastruktur aufgrund ihres direkten Potenzials zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und Kosten, das sich über eine Energiebilanz messen lässt, eine besondere Rolle spielt.
  • Obwohl sich der EEA-Katalog in erster Linie auf kommunale Maßnahmen konzentriert, besteht das mittelfristige Ziel darin, die Klimadynamik auf lokale Vereine, Unternehmen und Haushalte auszuweiten. Ein erstes Benchmarking anhand allgemeiner Indikatoren ermöglicht es, die Situation der Gemeinde zu bewerten und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.
  • Die durchgeführten Maßnahmen werden im Rahmen von Audits auf der Grundlage des EEA-Katalogs bewertet, an dem sich auch künftige Maßnahmen orientieren müssen.

Schließlich tragen zusätzliche Anreiz- und Sensibilisierungsmaßnahmen dazu bei, das Thema Klimaschutz in der gesamten Gemeinde zu verbreiten, um alle Bürger einzubeziehen und es der gesamten Gemeinde Garnich zu ermöglichen, aktiv zum Kampf gegen den Klimawandel beizutragen.

EINE VISION UND THEMATISCHE KONZEPTE ALS GRUNDLAGE

Ergänzend zur Leitvision muss für die verschiedenen relevanten Themenbereiche ein schriftliches Konzept festgelegt werden, das als Grundlage für die künftige Arbeit im Rahmen des Klimapakts dient. Dieses Konzept ermöglicht es, Handlungsfelder sowie konkrete Maßnahmen zu identifizieren, um den Klimaschutz insgesamt voranzubringen und die Anpassung an den Klimawandel zu bewältigen.

Leitbild zum Klimaschutz 5.0

Für die künftige Ausrichtung der Klimapolitik der Gemeinde dient ein „Leitbild Klimaschutz“ dazu, die Position der Gemeinde zu Fragen der Energiepolitik und des Klimaschutzes festzulegen. Dieses Leitbild legt die Ziele, Maßnahmen und Projekte für einen nachhaltigen Umgang mit Energie fest. Die Ziele wurden unter Berücksichtigung der lokalen Potenziale und der erwarteten demografischen Entwicklung erarbeitet, wobei Nachhaltigkeit das Hauptkriterium für alle Maßnahmen ist.

Die erste Fassung des „Leitbilds Klimaschutz“ wurde 2015 vom Klimateam und der Politik erarbeitet und umgesetzt. Vier Jahre später wurde es einer gründlichen Überprüfung unterzogen. Seitdem wurden geringfügige Änderungen vorgenommen. Im Jahr 2023 wurde es vollständig an die neuen Anforderungen des Klimapakts 2.0 angepasst und trägt nun den Namen „Leitbild Klimaschutz 5.0“, insbesondere mit quantitativen Zielen, die an die nationale Klimaschutzstrategie angelehnt sind.

Die Leitvision „Kommunaler Klimaschutz 5.0“ bildet die Grundlage für das umfassende Engagement der Gemeinde Garnich im Bereich des Klimaschutzes. Die Gemeinde ist bestrebt, in allen Bereichen aktiv zu werden, in denen Maßnahmen zum langfristigen Schutz des Klimas und der Umwelt sowie zur Stärkung der Resilienz ergriffen werden können. Dies entspricht vor allem ihrer Pflicht, die natürlichen Lebensbedingungen zu erhalten und eine nachhaltige Energie- und Wasserversorgung für ihre Einwohner zu gewährleisten.

Zudem erfolgen die Planung und Umsetzung der Maßnahmen in Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteuren auf verschiedenen Planungsebenen. Ziel ist es zudem, Wirtschaftsakteure und zivilgesellschaftliche Gruppen einzubinden, um die Herausforderungen des Klimawandels gemeinsam und wirksamer anzugehen.

Wichtigste Tätigkeitsbereiche für Garnich:

  • Entwicklungsplanung und Raumordnung
  • Gemeindebauten
  • Beschaffung und Ressourcenmanagement
  • Mobilität
  • Interne Organisation
  • Kommunikation und Zusammenarbeit

Zugehörige Dokumente:

Konzept zur Anpassung an den Klimawandel

Zu den wichtigsten Auswirkungen des vom Menschen verursachten Klimawandels gehören:

  • Ein anhaltender Anstieg der Durchschnittstemperaturen, verbunden mit längeren Vegetationsperioden, Veränderungen in den Lebenszyklen von Pflanzen und Tieren, einer Zunahme des Artensterbens, steigenden Wassertemperaturen und Veränderungen des Sauerstoffgehalts;
  • Der Anstieg des Meeresspiegels und die Versauerung der Ozeane;
  • Eine Zunahme der Anzahl von Hitzetagen und häufigere Hitzewellen;
  • Längere Dürreperioden aufgrund höherer Temperaturen und verstärkter Verdunstung, was zu Wasserstress für Flora und Fauna sowie zu einem Absinken des Grundwasserspiegels führt;
  • Eine Zunahme von Waldbränden;
  • Häufigere und stärkere Niederschläge, die zu vermehrten Überschwemmungen führen (vor allem im Winter);
  • Ein erhöhtes Risiko für Massenbewegungen, Erdrutsche, Hangrutsche und Steinschlag aufgrund fehlender Schneedecke, Frost-Tau-Zyklen, des Auftauens des Permafrostbodens und der verminderten Schutzfunktion der Wälder.

Neben diesen natürlichen Folgen birgt der Klimawandel auch Risiken für Gesellschaft und Wirtschaft, die die Weltgemeinschaft zum Handeln zwingen. Auch die Gemeinde Garnich wird sich diesen Herausforderungen auf lokaler und regionaler Ebene stellen müssen, was Auswirkungen auf den Alltag ihrer Einwohner haben wird.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, verpflichten sich die Gemeindebehörden, Maßnahmen zu ergreifen, die darauf abzielen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die lokale Bevölkerung abzumildern und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinde langfristig zu stärken. In diesem Zusammenhang hat die Gemeinde eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel erarbeitet,
die ein Konzept und eine dazugehörige Planung umfasst, um die vorhersehbaren Auswirkungen des Klimawandels von Anfang an in die kommunalen und regionalen Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Ressourcenmanagement

Zum Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit müssen schädliche Auswirkungen im Zusammenhang mit der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen gemäß der europäischen Abfallrahmenrichtlinie so weit wie möglich vermieden werden.

Das Ziel einer nachhaltigen Ressourcenmanagementstrategie besteht darin, natürliche Ressourcen zu schonen, sie so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf zu halten und den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Produktion und der Abfallbewirtschaftung zu gewährleisten.

Unser nach wie vor lineares Wirtschaftssystem, das auf dem Prinzip „Nehmen-Produzieren-Wegwerfen“ basiert, ist nicht nachhaltig. Die Gewinnung und Verarbeitung von Ressourcen sind für mehr als 90 % des weltweiten Verlusts an biologischer Vielfalt und für mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich
. Nach neuesten Daten entspricht der Ressourcenverbrauch in Luxemburg dem von acht Planeten, und der Earth Overshoot Day wird dort jedes Jahr bereits Ende Februar erreicht. Der Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt sind Schlüsselindikatoren für den Gesundheitszustand unseres Planeten, die sich beide bereits in einem kritischen Zustand befinden.

Diese Erkenntnisse zeigen, dass innerhalb der ökologischen Grenzen der Erde neue Wege für Produktion und Konsum gefunden werden müssen. Die Frage der Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und der intelligenteren Verwertung von Abfällen hat bereits
zu zahlreichen Lösungen geführt, darunter das Konzept der Kreislaufwirtschaft, das in viele nationale, regionale und internationale Strategien integriert wurde. Der Übergang von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft ist daher ein zentrales Ziel der Ressourcenbewirtschaftung, auch in Luxemburg.

Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Auswirkungen des Ressourcenverbrauchs zu verringern und die Ressourceneffizienz zu verbessern, wobei der Abfallvermeidung oberste Priorität eingeräumt wird. Die Wiederverwendung von Produkten durch Reinigung oder Reparatur soll gefördert werden. Der Schwerpunkt liegt auf drei Grundsätzen:

  • Genügsamkeit: Produktion und Verbrauch reduzieren;
  • Kohärenz: einen Produktionskreislauf etablieren und die Wiederverwendung fördern;
  • Effizienz: Senkung des Ressourcenverbrauchs bei gleichbleibender Produktqualität und -menge sowie Verbesserung der Ressourceneffizienz.

Um die Kreislaufwirtschaft konkret umzusetzen, sind alle Akteure gefragt, auch die Gemeinden. Diese müssen ein kommunales Ressourcenmanagementkonzept erarbeiten, was die Gemeinde Garnich bereits getan hat.

Nachhaltige Digitalisierung

In fast allen Lebensbereichen gewinnt der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zunehmend an Bedeutung. Der Einsatz digitaler Technologien fördert und beschleunigt nachhaltige Veränderungen auf wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Ebene. Gleichzeitig schafft die digitale Transformation neue Realitäten, bietet vielfältige Möglichkeiten im Alltag und birgt zahlreiche Potenziale zur Verbesserung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens. Die Digitalisierungsprozesse beeinflussen nicht nur andere Bereiche (Kommunikation, Mobilität, Energie usw.), sondern sind auch eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige, resiliente und inklusive kommunale Entwicklung.

Ein kommunales Digitalisierungskonzept soll es den Gemeinden ermöglichen, zukünftige Herausforderungen angemessen zu bewältigen und einen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung einzuleiten, um strukturelle Nachteile in der Raumentwicklung auszugleichen. Die Digitalisierung wird zahlreiche Bereiche der Verwaltung, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft weiter verändern, indem sie kommunale Infrastrukturen (Energie, Gebäude, Verkehr, Wasser und Abwasser) auf der Grundlage integrierter Entwicklungskonzepte miteinander vernetzt.

Die digitale Transformation erfordert insbesondere:

  • die Festlegung von Zielen und Strategien;
  • die Schaffung von Strukturen, Transparenz und Bürgerbeteiligung;
  • die Bereitstellung von Daten und Diensten;
  • die Bereitstellung von Ressourcen;
  • die Stärkung von Kompetenzen und Kooperationen.
Energieplanung

Im Rahmen einer nachhaltigen und widerstandsfähigen kommunalen Entwicklung kommt einer umfassenden Energieplanung besondere Bedeutung zu. Die politischen Entscheidungsträger der Gemeinde sind bestrebt, den künftigen Energieverbrauch der Gemeinde und ihrer Ortsteile zu senken und gleichzeitig die Energieeffizienz durch Systeme und Geräte mit maximaler Leistung zu steigern.

Die Ziele lassen sich leichter erreichen, wenn die Gemeinde die Infrastruktur – wie das Rathaus, den kommunalen Fuhrpark oder die Straßenbeleuchtung – direkt kontrolliert. Sie kann jedoch auch das Verhalten ihrer Bürger durch Anreize, Vorschriften und Informationsmaßnahmen (Kommunikation, Sensibilisierung, Motivation) beeinflussen.

Für die kommunale Energieplanung wurden quantifizierbare Ziele festgelegt (siehe Leitbild Klimaschutz), zum Beispiel: Senkung des spezifischen Wärme- und Stromverbrauchs, Verringerung der CO₂-Emissionen, Erhöhung des Anteils erneuerbarer Wärme und Installation von Photovoltaikanlagen.

Die Gemeinde Garnich betreibt eine aktive Energieplanung, die auf einem Gleichgewicht zwischen folgenden Aspekten basiert:

  • Genügsamkeit: den Energieverbrauch senken;
  • Effizienz: Energie effizienter nutzen;
  • Kohärenz: Die benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen.
Mobilitätsplanung

Angesichts der wachsenden Herausforderungen im Bereich Mobilität und Verkehr in Luxemburg ist eine koordinierte Planung auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene unerlässlich. Das Hauptziel des Nationalen Mobilitätsplans (PNM) 2035 besteht darin, die bestehende Infrastruktur effizienter zu nutzen.

Das Straßennetz stößt bereits an vielen Stellen an seine Kapazitätsgrenzen und kann nicht unbegrenzt ausgebaut werden. Der multimodale Ansatz würde es ermöglichen, mehr Menschen mit weniger Fahrzeugen zu befördern, insbesondere in Staugebieten. Die
Infrastrukturen müssen im Rahmen eines umfassenden multimodalen Konzepts integriert geplant werden, anstatt getrennt voneinander.

Es sind Lösungen erforderlich, die auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnitten sind und in Zusammenarbeit mit den Gemeinden erarbeitet werden. Die Gemeinde Garnich ist bestrebt, die Mobilität der Zukunft vielfältiger, leistungsfähiger und nachhaltiger zu gestalten:

  • lange Wege vermeiden (Genügsamkeit);
  • effiziente Verkehrsmittel (Effizienz) wie Elektrofahrzeuge und Fahrgemeinschaften zu bevorzugen;
  • die verbleibende Mobilität schrittweise auf umweltfreundliche Verkehrsmittel (öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad, zu Fuß) umstellen.
Grünflächenpflege

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und des zunehmenden Verlusts an biologischer Vielfalt gewinnt die Schaffung von Grünflächen in städtischen Gebieten, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten mit einem hohen Anteil an versiegelten Flächen, zunehmend an Bedeutung.
e Grünflächen bieten nicht nur Lebensraum für Flora und Fauna, sondern erfüllen auch eine Funktion als Naherholungsraum, beeinflussen die Lebensqualität und das lokale Mikroklima und können zur Nahrungsmittelproduktion genutzt werden.

Eine nachhaltige, biodiversitätsfördernde und klimaresiliente Grünflächenbewirtschaftung umfasst ganzheitlich alle ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben im Zusammenhang mit der Gestaltung, Pflege und Nutzung von Grünflächen. Die wichtigsten Ziele
sind:

  • die biologische Vielfalt zu schaffen und zu erhalten;
  • standortgerechte einheimische Arten pflanzen;
  • Erhaltung nährstoffarmer Böden, insbesondere für Trocken- oder Magerwiesen mit hoher biologischer Vielfalt;
  • den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden vermeiden;
  • ein geeignetes Regenwassermanagement einzurichten;
  • die Versiegelung von Böden zu begrenzen oder deren Entsiegelung zu fördern;
  • eine fachgerechte Pflege (Rasenmähen, Bewässerung, Düngung) sicherzustellen, einschließlich der Schulung der betroffenen Mitarbeiter.

Auch in ländlichen Gebieten sind die Gemeinden dafür verantwortlich, Maßnahmen zur quantitativen und qualitativen Verbesserung der Grünflächen in ihrem Gebiet umzusetzen, wobei sie bei verschiedenen Projekten mit lokalen Akteuren zusammenarbeiten.

Für Garnich wurde ein Konzept zur Grünflächenbewirtschaftung erarbeitet, das verschiedene Maßnahmen für eine nachhaltige Gestaltung der Grünflächen vorsieht.

Kommunikationsstrategie

Kommunikation ist eine bereichsübergreifende Aufgabe, die alle Bereiche des Klimaschutzes betrifft, wie beispielsweise die Anpassung an den Klimawandel, die Ressourcenbewirtschaftung, die Digitalisierung, die Mobilität und die Stadtplanung. Eine konstruktive Kommunikation ist unerlässlich, um
klimabezogene Massnahmen auf kommunaler und regionaler Ebene effizient zu planen und umzusetzen. Sie ist besonders wichtig, um die Bevölkerung sowie andere Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft einzubeziehen und eine
effiziente Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Der für die Gemeinde Garnich erarbeitete Kommunikationsplan dient insbesondere den politischen Entscheidungsträgern und den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung als Leitfaden für ihre Kommunikationsmaßnahmen im Rahmen des Klimapakts. Neben der Information und Sensibilisierung der verschiedenen Interessengruppen zielen diese Kommunikationsmaßnahmen vor allem darauf ab, die Beteiligung aller Akteure am Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess auf kommunaler Ebene zu fördern.

Das Konzept umfasst Maßnahmen der internen und externen Kommunikation. Ziel der externen Kommunikation ist es, die Öffentlichkeit über politische und administrative Aktivitäten zu informieren, diese Maßnahmen verständlich zu machen und einen Dialog mit der Bevölkerung sowie mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu pflegen.