In Luxemburg ist Wasserknappheit noch kein großes Problem. In den letzten sehr heißen Sommern hat sich jedoch gezeigt, dass es in bestimmten Regionen in Zukunft zu Engpässen bei dieser Ressource kommen könnte.

Zudem haben viele Flüsse ihre Selbstreinigungskraft verloren und enthalten Stoffe, die die Natur nicht mehr wirksam herausfiltern kann. Um aus verschmutztem Oberflächen- oder Grundwasser hochwertiges Trinkwasser zu gewinnen, sind immer komplexere technische Verfahren erforderlich.

Auch wenn der Pro-Kopf-Wasserverbrauch leicht zurückgeht, steigt der Gesamtverbrauch aufgrund des Bevölkerungswachstums. Es geht nicht nur darum, Wasser zu sparen, sondern diese wertvolle Ressource auch effizienter und nachhaltiger zu nutzen.

Beispiel Deutschland: Bei einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 125 Litern pro Tag und Person werden nur 5 Liter tatsächlich zum Kochen oder Trinken verwendet. 35 Liter entfallen auf die Toilette, der Rest auf Körperpflege, Wäsche, Hausarbeit und Geschirrspülen.

Um eine nachhaltige Trinkwasserversorgung zu gewährleisten, ist es unerlässlich, Wasser zu schonen und sparsam damit umzugehen. Privatpersonen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Trinkwasser sparen

Täglicher Verbrauch: Auf der Wasserrechnung ist angegeben, wie viel Wasser täglich durch Ihre Leitungen fließt. In vielen Mehrfamilienhäusern wird der Verbrauch pro Person aufgeteilt, was dem Sparen nicht gerade förderlich ist. Ein Blick auf den Wasserzähler kann den Verbrauch um bis zu 30 % senken.

Orientierungspunkte:

  • 70 bis 100 Liter pro Person und Tag → sparsamer Verbrauch
  • Mehr als 130 Liter pro Person und Tag → hoher Verbrauch

Technische Mittel

  • Durchflussbegrenzer: Wird an einem Wasserhahn oder einer Dusche angebracht und begrenzt den Wasserfluss. In Kombination mit einem Perlator (Belüfter) vermischt er Luft und Wasser, wodurch ein „volleres“ Strömungsbild entsteht, ohne dass Wasser verschwendet wird. Preis: ca. 5 €
  • Wassersparende Handbrause: verbraucht weniger Wasser, ohne dabei an Komfort einzubüßen. Spart Energie beim Erhitzen des Wassers.
  • Einhebelmischer: Regelt die Temperatur schnell mit nur einem Hebel. Tipp: Stellen Sie den Hebel in die Mitte, um etwas kaltes Wasser laufen zu lassen, oder nach rechts (kalt). Preis: ab 30 €
  • Spar-Toilette: Geringerer Wasservorrat bei gleicher Wirksamkeit. Bei älteren Modellen einen Stoppknopf anbringen. Preis: 5–15 €
  • Tropfender Wasserhahn: Ein tropfender Wasserhahn verliert ~10 Liter pro Tag → Dichtung austauschen.

Veränderte Gewohnheiten

  • Duschen statt baden: Das spart etwa 100 Liter Wasser pro Dusche. Man muss nicht jeden Tag duschen; alle zwei Tage reichen aus.
  • Wäsche waschen: Die Waschmaschinen voll beladen, Vorwäsche vermeiden, Waschmaschinen mit geringem Wasserverbrauch wählen (10–12 Liter pro kg Wäsche).
  • Gartenbewässerung: Nur bei Trockenheit, morgens oder abends, um die Verdunstung zu begrenzen. Verwenden Sie eine Regentonne für kostenloses Wasser.
  • Regenwasser: Wenn Sie auf Ihrem Grundstück die Versickerung von Regenwasser ermöglichen, können Sie unter Umständen sogar von den Regenwassergebühren befreit werden. Informationen hierzu erhalten Sie bei der zuständigen Behörde Ihrer Gemeinde.
  • Nutzung von Regenwasser und Grauwasser: Als „Grauwasser“ bezeichnet man den Teil des häuslichen Abwassers, der aus Badewanne, Dusche oder Waschbecken stammt.
    Wenn es durch spezielle Anlagen aufbereitet wird, kann es beispielsweise für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder die Gartenbewässerung verwendet werden. Auch Wasser aus Regenwasserzisternen kann für diese Zwecke genutzt werden. Grauwassernutzungssysteme erfordern Platz, eine Speichereinrichtung und ein separates Rohrleitungsnetz.

Das Trinkwasser schützen

  • Schadstoffe dürfen niemals ins Wasser gelangen: Speisereste, Öle, Fette, Hygieneartikel, Farben → Haus- oder Sondermüll.
  • Aggressive Haushaltschemikalien sind nicht erforderlich. Zum Entkalken reicht Zitrone aus. Waschmittel und Spülmaschinentabs sollten je nach Verschmutzungsgrad dosiert werden. Weichspüler ist überflüssig.
  • Das Reinigungswasser darf nicht in die Gullys gelangen, wenn diese an die Regenwasserkanalisation angeschlossen sind.
  • Altmedikamente: Nicht in die Toilette oder den Ausguss werfen. Apotheken und Wertstoffhöfe bieten oft Rücknahmesysteme an.
  • Garten: Vermeiden Sie chemische Pestizide und Unkrautvernichtungsmittel auf gepflasterten Wegen. Kompost ist ein guter natürlicher Dünger.
  • Ölwechsel und Autowäsche: Lassen Sie den Ölwechsel in einer Werkstatt durchführen und waschen Sie Ihr Auto nicht auf der Straße.
  • Streusalz: schädlich für Pflanzen. Verwenden Sie lieber Sand, Kalkstein, Quarzit oder Produkte mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“.
  • Chemietoiletten (Wohnmobil): belasten die Kläranlagen. Verwenden Sie zertifizierte Lösungen oder leeren Sie den Tank regelmäßig.