Auch in Luxemburg erfreut sich der „Steingarten“ wachsender Beliebtheit. Immer mehr Vorgärten werden in graue Steinwüsten verwandelt. Dieser Trend wirft mehrere Probleme auf, und zwar aus folgenden Gründen:

Hoher Aufwand und hohe Kosten

So gestalten Sie einen Steingarten:

  • Die fruchtbare Bodenschicht muss abgetragen werden
  • Es wird ein Unkrautvlies verlegt
  • Eine Mischung aus Kies und Sand wird verteilt
  • Anschließend wird eine dekorative Schicht aus exotischem Kies aufgebracht, die manchmal mit Kunststoffplatten befestigt wird

Diese Arbeiten sind sehr arbeits- und materialintensiv und werden in der Regel Fachleuten anvertraut.

Mühsame Reinigung der Blätter und Verfärbung der Steine

  • Das Laub fällt auf den Kies und muss von Hand entfernt werden, um Unkraut zu vermeiden.
  • Von der Verwendung von Laubbläsern wird aus Gründen der Lärmbelästigung, des Energieverbrauchs und der Auswirkungen auf die Tierwelt abgeraten.
  • Pollen und Staub sammeln sich an und begünstigen das Wachstum von Moos, Algen und Flechten.
  • Mit der Zeit verblassen die Steine und müssen aufwendig restauriert werden.

Häufiger Einsatz von Herbiziden

  • Auch in Steingärten gibt es Unkraut.
  • Manche Hausbesitzer setzen daher Herbizide ein, wodurch für die Bewohner eine giftige Umgebung entsteht.
  • Die Chemikalien gelangen in die Gewässer und verursachen Umweltschäden.

Der Boden verkümmert

  • Das Gewicht des Kieses vernichtet jegliches Leben im Boden.
  • Wird der Kies entfernt, ist eine kostspielige Bodensanierung erforderlich.

Nur wenige einheimische Pflanzen

  • Mineralgärten sind oft kaum oder gar nicht bepflanzt.
  • Es werden vor allem exotische Pflanzen (Bambus, Pampasgras, Chinaschilf) bevorzugt, die den heimischen Bienen und Schmetterlingen nur wenig Nahrung bieten.

Erwärmung der Umwelt

  • Mineralische Oberflächen speichern und geben Wärme ab, wodurch sie das Mikroklima rund um das Haus verändern und zur städtischen Wärmeinsel beitragen.
  • Die Temperaturen in der Stadt können bereits 2–3 °C höher sein als in den umliegenden Gebieten, und die Klimakrise wird dieses Phänomen noch verschärfen.

Fehlende Lebensräume für Tiere

  • Schmetterlinge, Meisen, Frösche, Igel und Eidechsen finden weder Nahrung noch Unterschlupf.

Das Regenwasser versickert nur schlecht

  • Je nach Abdichtung wirkt der Steingarten wie eine undurchlässige Fläche, sodass die Vegetation kein Wasser speichern kann.
  • Mögliche Folgen: Überschwemmungen, Überlastung der Kanalisation, Verschmutzung der Flüsse.

Keine Luftfilterung

  • Pflanzen filtern Feinstaub und Stickoxide.
  • Ohne sie verschlechtert sich die Luftqualität, was sich negativ auf unsere Atemwege auswirkt.

Ästhetik und Naturerlebnis

  • Die eintönigen mineralischen Oberflächen verändern sich nicht im Laufe der Jahreszeiten, bieten weder bunte Blumen noch schmackhafte Früchte noch einen angenehmen Duft.

Ein Natur- oder Naturnahgarten ist das genaue Gegenteil von Kies- und Steinwüsten!

  • Pflanzen verbessern die Luftqualität, regulieren das Mikro- und Makroklima, dämpfen den Stadtlärm und wirken sich somit nachweislich positiv auf das körperliche und psychische Wohlbefinden aus. Dies ist vor dem Hintergrund der Klimakrise besonders wichtig.
  • Ein fruchtbarer Boden bietet Milliarden von Mikroorganismen und Tausenden von Insekten Schutz und Nahrung.
  • Einheimische Pflanzen versorgen Bestäuber während der gesamten Saison mit Pollen und Nektar.
  • Wo es viele Insekten und Würmer gibt, finden auch Vögel und kleine Säugetiere Nahrung und Unterschlupf.
  • Lebendige und farbenfrohe Naturgärten sind eine Augenweide und schaffen eine einladende Atmosphäre.

Stauden sind blühende Pflanzen, die jedes Jahr wiederkehren. In den ersten Jahren nach dem Pflanzen muss man zwei- bis dreimal im Jahr Unkraut und andere „Eindringlinge“ entfernen, die zwischen den Stauden wachsen. Sobald die Stauden jedoch ihre volle Größe erreicht haben und den ihnen zugewiesenen Platz vollständig ausfüllen, ist das „Unkraut“ fast verschwunden. Anschließend reicht es aus, die Stauden einmal im Jahr, vorzugsweise im Frühjahr, zurückzuschneiden, damit Insekten in den abgestorbenen Stängeln überwintern können und Vögel im Winter Nahrung finden.

Eine Blumenwiese ist zudem pflegeleicht: Ist sie einmal angelegt, muss sie nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden. Auch hier empfiehlt es sich, einheimische Saatgutmischungen zu wählen. Manche Flächen können die ganze Saison über bis zum nächsten Frühjahr bestehen bleiben. Aber Vorsicht: Nicht jede Mischung eignet sich für jeden Standort.

Bäume, Hecken und Sträucher schützen den Garten nicht nur vor neugierigen Blicken und Eindringlingen, sondern bieten auch Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren Schutz und Nahrung.